Der Oberbürgermeister begrüßte in seiner Eigenschaft als langjähriger Vorsitzender des <link internal-link>Fördervereins Hospiz Hamm e.V. gestern gut 100 Gäste im Festsaal der Gutmann-Akademie zur Hauptversammlung. Neben den Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres, die den Anwesenden in einem ausführlichen <media download hospiz geschaeftsbericht>schriftlichen Bericht </media>überreicht wurden, konzentrierte sich <link internal-link>Thomas Hunsteger-Petermann auf das Thema <link internal-link>Trauer. Er stellte in einem ausführlichen Bericht dar, dass sich die Hospizarbeit „Am Roten Läppchen“ nicht ausschließlich auf die <link internal-link>Sterbebegleitung von schwerstkranken Menschen beschränke. Er schilderte, dass die <link internal-link>Trauerbegleitung - auch die von Kindern und Jugendlichen - hier geleistet, diese aber nicht von den Kostenträgern anerkannt werde. Darum sei er froh, dass Ende Oktober 14 neue <link http: www.hospiz-hamm.de de aktuelles aktuell nachricht anzeige neue-trauerbegleiter.html _blank external-link>ehrenamtliche Trauerbegleiter ihre Qualifikation vom Dt. Trauerinstitut Bonn erworben haben, um diesen Teil der Hospizarbeit <link internal-link>„Am Roten Läppchen“ weiter zu unterstützen.
Der Traum vom Trauerzentrum
In diesem Zusammenhang scheute der Oberbürgermeister sich auch nicht, erstmals von seinem Traum eines Trauerzentrums „Am Roten Läppchen“ zu sprechen. „Wir wissen, wie groß der Bedarf von trauernden Menschen ist, Hilfe zu erlangen. Und hier sind es wieder die Kinder, die in ihrer Trauer ganz besonders unsere Begleitung bedürfen.“ Darum entwarf er den Traum von einem speziellen Haus für Trauernde, das irgendwann einmal am Roten Läppchen entstehen könne.
„Ich weiß, dass dies eine Illusion ist. Aber schließlich haben wir vor 20 Jahren auch von einem Ambulanten Hospizdienst und vor 15 Jahren von einem stationären Hospiz geträumt“ verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch dieser Traum einmal wahr werden könne. Allerdings seien hier immense Anstrengungen seitens der Fördergemeinschaft des Hospiz-Vereins erforderlich. „Die knapp 1.100 Mitglieder haben die Hospizarbeit im vergangenen Jahr mit 415.000 Euro unterstützt - wer sagt denn, dass wir nicht auch den Traum vom Trauerzentrum wahr werden lassen können?“ Letztlich versicherte Thomas Hunsteger-Petermann, dass er und seine Vorstandskollegen sich diesem Thema zukünftig widmen werden.
Bewegender Vortrag
Nach der Hauptversammlung übergab der Vorsitzende das Wort an Pater Marian Reke von der Abtei Königsmünster (Meschede). Der sich anschließende knapp 45 minütige Vortrag entwickelte sich zum Highlight des Abends. Der kleine, in Ordenskutte am Rednerpult stehende Mann, sprach leise und eindringlich. Vereinsvorstand Pfr. Blätgen beschrieb die Ruhe im Saal später mit der sprichwörtlichen Stecknadel, die man hätte fallen hören können. Pater Marians dichter Vortrag widmete sich dem Sterben, das in unserer "Machermentalität" oft als Problem angesehen würde und das man mit zunehmender Professionalität zu lösen versuche. Institutionen und Personen nehmen sich des Themas zunehmend an und manch neue Berufsbilder entstehen. Pater Marian zitierte in diesem Zusammenhang den bissig gemeinten Kommentar des Soziologen Reimer Gronemeyer, dass mittlerweile 50 Experten um ein Sterbebett herum stünden. „Und doch“ so Pater Marian „steht das Bett eines Sterbenden selten daheim.“ Er widmete sich fortan eindringlich der palliativen Begleitung von Menschen und deren Spiritualität. Er erläuterte, dass selbst die WHO mittlerweile einem umfassenden Blick der palliativen Betreuung auch auf das spirituelle Leid eines Menschen ausrichte. Pater Marian beantwortete seine eigene Frage, ob es spirituelles Leid gäbe, mit Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospizbewegung: „Fragen nach dem Sinn des Lebens, Fragen nach Schuld und dem eigenen Woher und Wohin können spirituelles Leide verursachen.“
„Indem wir das Eine lindern, könne man das andere erträglicher machen“, warb Pater Marian dafür, das spirituelle Leid der Menschen unbedingt mit in den Blick zu nehmen. Er sei sich sicher, dass dies am <link internal-link>Roten Läppchen bewusst getan werde. Er bezeichnete die Forschung zur Spiritualität in der Palliativen Begleitung als immens wichtig und berichtete von wissenschaftlichen Nachweisen, dass Patienten Gespräche gerade zu diesem Thema sehr gerne führen. „Allerdings“ so Pater Marian selbstkritisch „wenn der professionelle Seelsorger kommt, dann ist oft Stummheit im Raum“. Umso wichtiger sehe er den neuen Lehrstuhl für Spiritual Care an der Uni München an. Hier werde dieses junge Forschungsgebiet nicht nur theoretisch, sondern auch praxisnah beleuchtet. „Seele, Geist, Qi oder wie auch immer Menschen ihre Spiritualität nennen gibt es in jeder Kultur. Denn der Mensch ist die Summe aus Körper und X“
Am Ende verglich er das Geheimnis der Geburt und das des Sterbens mit zwei Schatullen, dessen Schlüssel in der jeweils anderen läge. Sein eindringliches Plädoyer warb dafür, am Lebensende die Frage nach Spiritualität wahrzunehmen, sie zu bedenken und gerade als Sterbebegleiter zu beachten.