Mit Farben Erinnerungen sichtbar machen – unter diesem Gedanken trafen sich zehn Kinder der Kindertrauergruppe „Hopi - Kids“ des Ambulanten Hospizdienst Hamm zu einem besonderen kreativen Nachmittag in einem Porzellanatelier in der Hammer Innenstadt.
Die Kinder, die einen Elternteil, Großeltern oder andere wichtige Menschen verloren haben, gestalteten Teller, Tassen und Schalen ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. Zwischen Farben, Pinseln und vielen kleinen Ideen entstanden sehr persönliche Erinnerungsstücke – mal bunt und fröhlich, mal leise und nachdenklich.
In der Trauerarbeit mit Kindern zeigt sich immer wieder, dass Worte oft nicht ausreichen. Kreative Angebote ermöglichen es Kindern, Gefühle auszudrücken, Erinnerungen festzuhalten und dem, was geblieben ist, einen sichtbaren Platz zu geben. So wurde aus einem einfachen Porzellanstück für manche Kinder eine Erinnerungstasse an Mama, ein Teller mit wichtigen Symbolen oder eine Schale voller Farben und Gedanken an einen geliebten Menschen.
Beim Bemalen des Porzellans wurde auch spürbar, wie zerbrechlich vieles im Leben ist. Manche Dinge lassen sich reparieren, wenn sie brechen. Der Tod eines geliebten Menschen hingegen bleibt unwiderruflich. Umso wichtiger kann es für Kinder sein, Erinnerungen festzuhalten und dem, was bleibt, einen sichtbaren Platz im Alltag zu geben.
Die Kindertrauergruppe „Hopi Kids“ begleitet Kinder im Grundschulalter auf ihrem persönlichen Trauerweg. Neben Gesprächen spielen dabei kreative und gemeinschaftliche Erfahrungen eine wichtige Rolle.
„Trauer bei Kindern braucht Raum, Zeit und Ausdrucksmöglichkeiten“,
erklären die Trauerbegleiterinnen Sylvie Blätgen und Gabriele Boriesosdiek. „Gerade kreative Angebote helfen vielen Kindern, das Unsichtbare ein wenig sichtbar werden zu lassen.“