"Und wir - die Erwachsenen - müssen uns gemeinsam folgende Frage stellen und Antworten suchen: Was rechtfertigt es, Kindern so eine Lebens- und Lernerfahrung vorzuenthalten?" Strunks Plädoyer für einen anderen Umgang mit dem Sterben, ihn gleichsam wie die Vorbereitung auf die Geburt eines Kindes mitten ins Leben zu holen, ihn als Lernerfahrung auch junger Menschen zu ermöglichen, fiel bei den Zuhörern auf fruchtbaren Boden. Denn die Hospizbewegung und damit auch der Förderverein Hospiz Hamm hat es sich von Anbeginn auf die Fahne geschrieben, genau das zu tun.
Doch im Allgemeinen sei die Gesellschaft eher zurückhaltend. "Denn mitten im Leben haben wir scheinbar andere Themen. Themen, von den wir glauben, dass sie unser Leben reich und und lebenswert machen und die erstrebenswert sind." Doch sind diese Themen wirklich so anders als die von Menschen am Lebensende?" warf die Onkologin die entscheidende Frage in den Raum. Sind nicht Liebe, Glück, Genuss, Sinnlichkeit auch die Dinge, die auf jedem Niveau Gewicht haben - erst recht am Lebensende?
Die Oberärztin der St. Barbara-Klinik warb analog zum "Erste-Hilfe-Angebot" für die Idee eines "Letzte-Hilfe-Kurses",das als niederschwelliges Angebot Menschen das Erleben von Sterben und den Umgang mit Tod und Trauer näher bringt. "Damit das Gefühl, dieser Situation nicht gewachsen zu sein, aufhört. Damit Lernerfahrung Sicherheit gibt. Damit aktive Auseinandersetzung mit dem Lebensende auch Angst nimmt. Denn Menschen haben Angst vor dem Sterben und vor dem Tod. Aber wenn wir wegen der eigenen Angst nicht über das Sterben sprechen, dann lassen wir die Sterbenden mit ihren Ängsten allein" war eine der vielen tiefen Wahrheiten der erfahrenen Gynäkologin aus dem Hammer Brustzentrum.
Letztlich erzählte Dr. Claudia Strunk noch ein wenig von ihrer knapp 600 km langen Benefiz-Radtour "lebenserFAHRungen" aus dem Mai des Jahres. Der Applaus am Ende galt jedoch nicht nur dem großen Spendenerfolg, sondern vor allem auch ihrem Engagement für den Umgang mit Hospiz- und Palliativthemen.
Zuvor hatte Vereinsvorsitzender Thomas Hunsteger-Petermann im Rahmen seines Geschäftsberichtes die frohe Botschaft von den Neubauplänen für den Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst verkündet, Geschäftsführer Wilhelm Hinkelmann einige Details zum Bauvorhaben anhand von Plänen und Grafiken vorgestellt und darüber hinaus erfolgten turnusmäßig Vorstandswahlen. Dabei wurde mit Dr. Nikolaus Dlugos ein Gründungsvorstandsmitglied in den wohverdienten Ruhestand verabschiedet.
Der neue Vorstand
Der neue Vereinsvorstand wurde einstimmig gewählt und setzt sich überwiegend aus den bisherigen Amtsinhabern zusammen:
- Vorsitzender Wiederwahl Thomas Hunsteger-Petermann
- Stellvertreter Wiederwahl Friedhelm Matuschek
- Schatzmeister Wiederwahl Gerd Baumjohann
- Schriftführer Wiederwahl Pfr.i.R. Paul-H. Blätgen
Beisitzer: - Dr. Frieda Dockx-Reinken, Ärztin, Leiterin Gesundheitsamt Hamm
- Wilhelm Hinkelmann, Geschäftsführer Christl. Hospiz Hamm gGmbH
- Heinz-R. Kaldewey als stellvetretender Schatzmeister (neu)
- Frank Lohmann, Geschäftsführer St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen
- Pfr. Frank Millrath, Superintendent Ev. Kirchenkreis Hamm
- Pfr. Bernd Mönkebüscher, Dekanat Hamm Süd
- Margret Post-Wessels, Sprecherin der Ehrenamtlichen AHPD
- Frank Stankowitz als stellvertretender Schriftführer (neu)
- Thomas Tiemann, Geschäftsführer St. Marien-Hospital Hamm (neu)
- Peter Vaske, Leiter AIDS-Hilfe
- Michael Wermker, Geschäftsführer Valeo Kliniken
- Harald Wohlfarth, Geschäftsführer Klinik für Manuelle Therapie Hamm