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Raumnot im Fachwerkhaus hat Konsequenzen

Ein Neubau wird im nächsten Jahr auf dem Gelände des Roten Läppchens entstehen und zukünftig Sitz des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Hamm werden. Sein bisheriges Domizil im Fachwerkhaus genügt der stetig wachsenden Einrichtung nicht mehr, eine Erweiterung ist wegen Denkmal- und Brandschutz unmöglich. Die mit dem Neubau freiwerdenden Ober- und Dachgeschosskapazitäten im Fachwerkhaus werden für die Belange des Stationären Hospizes genutzt. Das Erdgeschoss bleibt unverändert sozialer Treffpunkt für die benachbarte Seniorenwohnanlage.

Der Neubau (Ansicht vom Parkplatz) Quelle: Dederichs Architekten

Thomas Hunsteger-Petermann (v.re.) stellt mit Ina Kasten-Kisling, Sylvie Blätgen, Wilhelm Hinkelmann und Frank Stankowitz die Baupläne vor

Die Lage des Neubaus für den AHPD am Ende des Parkplatzes. Quelle: Dederichs Architekten

Die Beweggründe

Die Möglichkeiten dieses mehr als 200 Jahre alten Fachwerkhaues stoßen seit geraumer Zeit bereits an Grenzen. Moderne Brandschutzbestimmungen und notwendige Erweiterungspläne des Fachwerkhauses mussten allerdings aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes  verworfen werden. Die zunächst als Alternative angedachte Anmietung geeigneter Räumlichkeiten im Hammer Stadtgebiet wurde aufgegeben, weil die örtliche Trennung von ambulanter Hospizarbeit und stationärem Hospiz die sektorenübergreifende Zusammenarbeit beider Einrichtungen deutlich erschwert hätte und nicht im Sinne der betreffenden Menschen gewesen wäre. Nicht zu unterschätzen war und ist die Tatsache, dass sich das Areal „Am Roten Läppchen“ im Laufe der Jahre als Standort für die Hospizarbeit in Hamm etabliert hat. Nachdem seit 2015 auch der Förderverein Hospiz Hamm e.V. seine Geschäftsstelle vom Kreiskirchenamt auf das Gelände „Am Roten Läppchen“ verlegt hat, ist der Wunsch, auch einen etwaigen Neubau des AHPD möglichst hier anzusiedeln, folgerichtig. So waren die Verantwortlichen erleichtert, als sich der Plan eines Bauvorhabens auf dem Grundstück, das sich dem Parkplatz des Hospizes anschließt, als realisierbar erwies. 

Die Realisierung

„Die Planungen haben bereits begonnen und die betreffenden Anwohner wurden informiert. Das Verwaltungsverfahren zur Änderung des bestehenden Bebauungsplanes des Grundstückes ist vorerst noch abzuwarten, wir hoffen allerdings Anfang 2019 mit der Bautätigkeit beginnen zu können“ berichtet Wilhelm Hinkelmann, der als Geschäftsführer der „Christliches Hospiz Hamm gGmbH“ (Betreiber des Stationären Hospizes „Am Roten Läppchen“) mit dem Bauvorhaben durch den Aufsichtsrat beauftragt wurde. „Sobald der erste Spatenstich erfolgt, rechnen wir mit einer zwölfmonatigen Bauzeit, und hoffen den Neubau Mitte 2020 beziehen zu können.“ Das wünschen sich auch die Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes und freuen sich, dass ihre Arbeit mit dieser Entscheidung eine neue Dimension erreicht. „Damit wird ein Traum wahr. Denn wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass sich die ambulante Hospizarbeit einmal so entwickeln wird“, sind sich die langjährigen  Koordinatorinnen Ina Kasten-Kisling und Sylvie Blätgen einig.

Finanzierung

Der geplante Neubau für den AHPD wird auch das Ensemble „Am Roten Läppchen“ verändern. „Wir betrachten es gewissermaßen als Komplettierung“, so der Vorsitzende des Förderverein Hospiz Hamm e.V., Thomas Hunsteger-Petermann. „Wir wissen, dass für den Bau einer solchen Einrichtung leider kein Kostenträger ansprechbar ist. Schon das Stationäre Hospiz 2003 und seine Erweiterung 2012 mussten mit Spenden finanziert werden. Das wird auch jetzt nicht anders sein.“  „Derzeit benötigt das Stationäre Hospiz jährlich (!!) 200.000 Euro an Spenden, der AHPD kommt mit 85.000 Euro noch hinzu“ weiß Wilhelm Hinkelmann um die Last, die der Verein Jahr für Jahr schultert. „Dass er auch diesen Neubau finanziell mit einem Startkapital von 200.000 Euro unterstützt, ist nicht selbstverständlich. Die kalkulierte Bausumme beträgt eine Mio. Euro“ beziffert Hinkelmann die Finanzierungslücke, die es zu füllen gilt, mit 800.000 Euro.

Daten zum Neubau

Der zweigeschossige Neubau befindet sich am Ende des Hospiz-Parkplatzes und passt sich harmonisch in Gestaltung und Bauweise an das Stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“ an. Das Erdgeschoss hat eine Nutzfläche von 217 m², das kleinere Obergeschoss eine von 143 m². Die Bruttogeschossfläche EG und OG zusammen beträgt 438 m². Im Erdgeschoss sind mehrere Beratungszimmer sowie ein im Bedarfsfall teilbarer großer Versammlungsraum vorsehen. Im kleineren Obergeschoss sind ausschließlich Büros und ein Besprechungsraum geplant. Der Dachüberstand vom Erdgeschoss sowie das Flachdach des Obergeschosses werden begrünt. Das Haus wird energetisch hochmodern ausgestattet, allerdings aus Kostengründen keinen Keller haben. Der Einbau eines Fahrstuhls ist möglich, kann aber zu Beginn ebenfalls unter finanziellen Gesichtspunkten nicht realisiert werden. Die Kosten betragen eine Million Euro. Die Bauzeit ab Spatenstich wird mit 12 Monaten veranschlagt.  

Zur Historie

1993 wurden die ersten ehrenamtlichen Sterbebegleiter auf Initiative der Ev. Kirche ausgebildet. Zunächst konnten deren Einsätze in den Familien ehrenamtlich koordiniert werden. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage wurde 2003 eine hauptamtliche Koordination installiert. Zeitgleich übernahm der 1999 gegründete Förderverein die Trägerschaft, in dessen Obhut sich der „Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm“ (AHPD) bis heute befindet. Sitz dieses Dienstes, der aktuell aus etwa 100 Ehrenamtlichen und vier hauptamtlichen Koordinatorinnen besteht, ist seit Sommer 2004 das historische Fachwerkhaus „Am Roten Läppchen“.  

 

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