Erhard Nierhaus, Aufsichtsratsvorsitzender, freute sich, dass das weithin sichtbare rote Herz auf gelbem Grund nun auf den Ort in Heessen hinweist, an dem schwer erkrankte Menschen am Ende ihres Lebens willkommen sind und liebevolle Zuwendung erhalten.
Auf die historisch völlig andere Fahnen-Funktion wiesen Maria Roppertz und Heiner Ernst vom Heimatverein Heessen hin. Sie erzählten den ca. 50 Gästen in einer kleinen Feierstunde in der Annenkapelle von der bewegten Vergangenheit des gesamten Anwesens. Um 1514 wurde die unter Denkmalschutz stehenden Kapelle erstmals erwähnt und es sei zu vermuten, dass direkt in ihrer Nähe ein Siechenhaus gestanden habe.
Das am Straßenrand wehende "Rote Läppchen" wies die Menschen auf diese Tatsache hin und warnte sie zugleich. Denn Leprakranke und andere Menschen mit ansteckenden Krankheiten wurden hier von der Gesellschaft separiert und mehr oder weniger ihrem Schicksal überlassen. Maria Roppertz, selbst im mittelalterlichen Gewand gekleidet, schilderte in eindringlichen Worten die Nöte einer kranken Frau in der damaligen Zeit.
Nierhaus spannte den Bogen schließlich zurück in die Gegenwart, indem er auf die Menschen hinwies, die sich damals wie heute in liebevoller Weise den Mitmenschen in Extremsituationen ihres Lebens zuwendeten. "Wir zeigen Flagge" so Erhard Nierhaus, "wir, das sind alle, die im Hospiz tätig sind, ob haupt- oder ehrenamtlich. Da sind aber auch alle, die das Hospiz begleiten und unterstützen." Und damit wolle man heute Leidende und Hilfesuchende am Ende ihres Lebens hen den Weg zum Hospiz weisen.
Für eine stimmungsvolle musikalische Begleitung der Feierstunde sorgte der Posaunenchor der Versöhnungskirche unter der Leitung von Andreas Westermann. Als die neue Fahne schließlich wehte, konnten sich die Gäste bei heißem Punsch und Kaffee im Innenhof des stationären Hospizes ein wenig wärmen.