So weit so gut. Doch dass die beiden Frauen damit einen Trend losgetreten haben, der mittlerweile stattliche Ausmaße annimmt, können beide nicht fassen. "Unser Gebäck wird uns förmlich aus den Händen gerissen" schildert Daniela Kuchenbuch ihre Erlebnisse Ende 2019. Und Hedwig Hoormann fügt bescheiden und erst auf Nachfrage an, dass sie allein im vergangenen Herbst von 129 kg (!!) Mehl, zig Packungen Zucker und Butter sowie mehreren Palletten Eiern Weihnachtsgebäck fast wie am Fließband produziert hat. "Ich habe wochenlang Morgen für Morgen in meiner Küche gestanden und gebacken" schildert Oma Hoormann. Und das gesamte Material hat sie aus eigner Tasche bezahlt. "Wir wollten doch, dass richtig viel dabei herumkommt" sagt sie und findet das selbstverständlich. "Beim Pätzchenverpacken hat mir dann Daniela geholfen."
Und deren Messdiener-Kinder haben die süßen Tütchen am ersten und zweiten Advent jeweils zu den Gottesdiensten in St. Marien Wiescherhöfen und Heilig Kreuz Herringen an den Mann bzw. die Frau gebracht. "Gegen Spende für das Hammer Hospiz versteht sich" fügen Hoormann und Kuchenbuch noch an und haben mit dieser Strategie wieder einmal genau richtig gelegen. Denn die Spende von 1.535 Euro hat erneut das Ergebnis des Vorjahres getoppt.
Bei der Geldübergabe traf sich das Verkaufsteam mit Daniela Kuchenbuch in der Küche von Hedwig Hoormann. Alle erzählten stolz von ihren Erfolgen und legen freudestrahend das gesammelte Geld auf den großen Küchentisch. Marion Kleditzsch konnte nur staunen und sich herzlich bei allen bedanken. Diesmal übergab sie der fleißigen Truppe einen Gutschein zum Eisessen. "Schließlich gibt es in Herringen ja ein tolles Angebot dafür" so die Hospizfrau, die einen Teil der Kinder bereits seit Jahren immer zur Geldübergabe wiedersieht. Und bei denen war die auch Freude groß. Ob Oma Hoormann diese Aktion allerdings ein weitere Mal stemmen kann, weiß sie noch nicht. "Wenn ich fit bleibe, wäre das nicht unverstellbar" schmunzelt sie noch und zwinkert den Messdienerkindern zu.