Die Stellungnahme zu Beginn der Jahreshauptversammlung vom 14. November 2022 im Wortlaut
Wer die Samstagszeitung in Hamm aufgeschlagen hat, ist mit uns vom Vorstand des Fördervereins erschüttert, geschockt, angewidert und voller Traurigkeit. Der von fast allen bislang geschätzte Dechant Heinz Booms (+2004) hat nach den Untersuchungen einer unabhängigen Kommission (mindestens) in einem Fall ein 12-jähriges Mädchen sexuell missbraucht.
Unser Mitgefühl ist bei der Frau, die das hat erdulden müssen, in Folge weitere Demütigungen erfahren und dann Jahrzehnte alles still mit sich getragen hat.
Wir sind am Donnerstagmorgen von den Vorgängen in Kenntnis gesetzt worden und haben festgestellt: Es ist nicht unsere Aufgabe auf der Jahreshauptversammlung anzuklagen oder Recht zu sprechen. Aber wir klagen verstört über begangenes Unrecht, und wir sind der Kirchengemeinde Papst Johannes dankbar, dass sie am Mittwoch um 19:00 Uhr im Pfarrheim St. Marien ein Forum schaffen wird, in dem Vertreter der Interventionsstelle Antworten geben werden und in dem jede(r) sagen kann, was er/sie zu sagen hat.
Auf der Internetseite der Kirchengemeinde Papst Johannes Hamm heißt es dazu:
„Als Verantwortliche versuchen wir eine Haltung einzunehmen, die dazu beiträgt, dass von Missbrauch Betroffenen Gehör und Glauben geschenkt werden und dass auch vor Ort die Auseinandersetzung zum Thema „Aufarbeitung“ geschieht.“
Lieber Thomas Hunsteger, ich ahne, was in Dir vorgeht und dass Du für dich persönlich in diesen Tagen eine Leitfigur, ja ein Vorbild Deiner Kindheit, Jugend und Deines Erwachsenenlebens verlierst. Das ist der Grund, warum ich an dieser Stelle spreche. Ich war auch einer derjenigen, die Dich nach dem plötzlichen Tod von Booms inständig gebeten haben, uns als Förderverein zu helfen und den Vorsitz von ihm zu übernehmen.Ich bitte dich jetzt auch, wieder zu übernehmen und uns als Vorsitzender des Vereins durch den heutigen Abend zu führen.
Pfr i.R. Blätgen 14.11.2022