Stationäres Hospiz stellt Jahresabschlussbereicht und Hospizanbau vor

Der Innenausbau hat bereits begonnen, die Finanzierung kann komplett durch Spenden gesichert werden. Zudem liegt seit kurzem das betriebswirtschaftliche Ergebnis 2010 vor. Finanzielle Zukunft ist ungewiss!

Präsentieren den Baufortschritt - hier im zukünftigen Wintergarten: (von re.) Thomas Hunsteger-Petermann (Förderverein), Wilhelm Hinkelmann (Geschäftsführer), Regina Lorenz (Hausleitung), Erhard Nierhaus (Aufsichtsrat) und Bauleiter Josef Wansing

Freuen sich auf den Neubau: Im Garten vor dem Hospiz und dem Anbau

Regina Lorenz im zukünftigen Kinderspielzimmer

Erweiterungsbau

Das im März 2011 begonnene Bauvorhaben an der Stirnseite zur Dolberger traße verläuft vollständig nach Plan. Schon im Mai war der Rohbau eschlossen, seit Juni folgt der Innenausbau. Bei weiterhin problemlosem Verlauf kann der Anbau – wie geplant – im 8. Betriebsjahr des Stationären Hospizes Ende 2011 in Betrieb gehen. Voraussichtlich im April 2012 wird das Hammer Hospiz seine neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vorstellen.

Mit dem Anbau wird die Gesamtnutzfläche des Hospizes um insgesamt 220 qm deutlich erweitert. „Durch die geänderten Anforderungen ist z.B. die Teeküche am Wohnzimmer zu klein geworden. Sie wird aufgelöst und es entsteht eine große Familienküche. Darüber hinaus wird der große Esstisch demnächst direkt an einem neuen hellen Fenster positioniert. Auch der Treffpunkt „Wohnzimmer“ wird mit einem Wintergarten erweitert. Hier können die Gäste zukünftig vor allem bei weniger optimalem Wetter das Gefühl von „fast wie draußen sein“ genießen“.

Ganz besonders freut man sich im Hospiz, dass auch ein neues Kinderspielzimmer entstehen wird. War das vorhandene im Obergeschoss bislang eher eine unzureichende Lösung, wird demnächst ein zentral gelegener Raum direkt am Wohnzimmer kleine und auch jugendliche Besucher der Haus-Gäste anlocken. „Um die obere Etage nun auch regelmäßig für Gäste nutzen zu können, war ein Bettenfahrstuhl Voraussetzung“ erläutert Hausleitung Regina Lorenz. „Dies wird mit der anstehenden Bau-Maßnahme nun realisiert.“ Zwei weitere Räume im ersten Obergeschoss werden damit zu Gästezimmern und somit zusätzlich zu den bislang bereits sechs vorhandenen im Erdgeschoss möglich.

Das gesamte Investitionsvolumen des Erweiterungsbaus inkl. der in Teilen neu gestalteten Außenanlage beträgt knapp 600.000 Euro. Da eine Förderung durch die öffentliche Hand oder die Kostenträger im investiven Bereich nicht vorgesehen ist, musste die Finanzierung ausschließlich durch Spendengelder erfolgen“ erläutert Erhard Nierhaus die Ausgangslage. Dies sei Dank der Unterstützung des Fördervereins, der zusätzlich zu seiner laufenden Unterstützungszahlung weitere 150.000 Euro allein für den Anbau bereit gestellt hatte, erst möglich geworden. „Mit dem Zuschuss der Paschen-Stiftung (3 x 60.000 Euro) und durch eine Erbschaft (250.000 Euro) war der Anbau dann vollständig finanziert. Dass der Neubau aufgrund großzügiger Spenden so zügig realisiert werden konnte, ist sehr gut und hilfreich“ bedanken sich Geschäftsführer Wilhelm Hinkelmann und Hausleitung Regina Lorenz.

Vorstellung des Jahresberichtes 2010 

Für den laufenden Betrieb des Hospizes werden jedoch – unabhängig von der bereits finanzierten Anbaumaßnahme - nach wie vor Spenden in Höhe von jährlich ca. 300.000 Euro benötigt“ ergänzt Wilhelm Hinkelmann. „Hier hat uns der Förderverein in den vergangenen Jahren stets großzügig unterstützt“ fügt er noch an. „Doch die Situation wird immer schwieriger, da die vor Jahren bewilligten Bedarfssätze der Kostenträger bei weitem nicht mehr ausreichen.“

„Dem Hospiz-Förderverein sollten jedoch nicht noch höhere Lasten aufgebürdet werden“, so Thomas Hunsteger-Petermann, „300.000 Euro Jahr für Jahr einzusammeln ist uns in Hamm bislang noch immer gelungen – dies nicht zuletzt auch dank der breiten Unterstützung aller gesellschaftlichen Gruppen. Doch man muss auch ganz klar sagen, dass eine weitere Erhöhung der jährlichen Fördervereins-Unterstützung  sehr schwer sein wird. Das Ende der Fahnenstage ist nicht mehr weit“ blickt auch  der Fördervereinsvorsitzende mit Sorge in die Zukunft.

Darum wäre man „Am Roten Läppchen“ froh, wenn der gesetzliche Rahmen zur Finanzierung von stationären Hospizen zukünftig wieder eingehalten würde und „nur“ 10 % durch Spenden, aufgebracht werden müssten. Dass die Realität jedoch seit Jahren anders aussieht, bestätigt ein Blick auf die Bilanz des Stationären Hospizes. Das aktuelle Jahresergebnis weist nur aufgrund der hohen Spendenbereitschaft im Hamm bislang eine schwarze Null aus. „Tatsache bleibt, dass das Hammer Hospiz statt der gesetzlich vorgesehen 23 Euro je Gast und Tag mehr als 75 Euro „frei finanzieren“ muss, um die Kosten zu decken. Und dies ist nicht nur in Hamm so. Alle Hospize im weiten Umkreis haben ähnliche Probleme und kämpfen mit einer Unterfinanzierung von 20 bis 30 %. „Die bringt uns an den Rand der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ sind sich Nierhaus, Hinkelmann, Hunsteger-Petermann und Lorenz mit Blick auf die 96% Auslastung des Hospizes einig.

Zum Hören: Kirchenmagzin Himmel und Erde, Lokalfunk NRW:
<link http: www.ekir.de pep>www.ekir.de/pep/index.php 
(Autor: Möhl)

Das Christliche Hospiz „Am Roten Läppchen“ hat 6 Betten und bei einer durchschnittlichen Auslastung von 96 % konnte es in 2010 100 Gäste in Würde ein „Leben bis zuletzt“ ermöglichen.

 

Einnahmen/ und Ausgabengegenüberstellung für 2010

 

 

Ausgaben
Personalkosten523.000 €
Sachkosten inkl. Abschreibungen258.159 €
Gesamt781.159 €
Einnahmen

Refinanzierung durch Krankenkassen

(lt. derztg. Regelgung 90 % vom Tagessatz

von Belegungstage x Tagessatz)

446.418 €
Unterdeckung 334.741 €

Unser Hospiz war im letzten Jahr zu 96 % ausgelastet!

 

Der  von den Krankassen gewährte Bedarfssatz beträgt 236,20 Euro; seit Ende des letzten Jahres wird über unseren Spitzenverband versucht, eine Anhebung des Bedarfssatzes zu erreichen, da insbesondere die tariflichen Personalkosten gravierend gestiegen sind. Bislang haben sich die Kostenträger ernsthaften Verhandlungen verweigert, so dass wir davon ausgehenden müssen, dass die Unterdeckung größer wird!

 

Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass vom Bedarfssatz, der für die Unterhaltung eines Hospiz ausreichen sollte, 10 % aus Eigenmitteln bzw. Spenden aufzubringen sind, das wären lediglich für unser Hospiz ca. 50.000 €. Somit wird deutlich, dass die Kostenträger die gesetzlichen Regelungen bewusst ignorieren - dies gilt im Übrigen für alle Hospize in Nordrhein-Westfalen.

Spenden & Fördern

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Bitte helfen Sie uns – herzlichen Dank!

Wir sind Mitglied