Jubiläum, Zahlenwerk und Humor in der Sterbebegleitung

Völlig zufrieden war der Vorstand nicht, als er den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres präsentierte. Sind die Zahlen insgesamt auch positiv, so kann von Gelassenheit mit Blick auf die Zukunft keine Rede sein.

Stellten den aktuellen Geschäftsbericht vor (von li.): Friedhelm Matuscheck, Thomas Hunsteger-Petermann (Vorsitzender), Wilhelm Hinkelmann (Geschäftsführer Christliches Hospiz Hamm gGmbH), Pfr. Paul Blätgen und Gerd Baumjohann (alle Vorstand Förderverein Hospiz Hamm e.V.)

Hunsteger-Petermann, Vorsitzender des <link internal-link>Fördervereins, brachte es dann auch gleich auf den Punkt. "Wir haben zwar wieder einmal das Ziel erreicht, doch entwarnen können wir nicht." Sofort rechnete er vor, dass es dem <link internal-link>Förderverein zwar gelungen sei, kürzlich das <link http: www.hospiz-hamm.de de aktuelles aktuell nachricht anzeige ferdinand-disselbrede-ist-das-900-mitgl.html external-link>900. Mitglied zu begrüßen. "Aber für eine solide Finanzgrundlage ist diese Zahl bei weiterem nicht ausreichend" schaut er sofort in die Zukunft. "Dechant Booms hatte schon vor Jahren das Ziel von 1000 Mitgliedern formuliert und das verlieren wir nicht aus den Augen" fügt er noch an und prophezeit, dass diese Marke Ende 2014 oder spätestens Anfang 2015 geknackt werden wird.

Ein ambitioniertes Ziel, das der <link internal-link>Förderverein jedoch mit vereinten Kräften zu erreichen hofft. Einer, der seine Kräfte unentwegt und unermüdlich für den Förderverein einsetzt, ist Gerd Baumjohann. In seiner Eigenschaft als <link internal-link>Schatzmeister ist er nun seit genau 10 Jahren im Amt und hat sicherlich schon sehr viele Spenden eingenommen. Im Jahr stellt er ca. 5000 <link internal-link>Spendenbescheinigungen aus - und das alles "ehrenamtlich". "Was wären wir ohne ihn" rief der Vereinsvorsitzende auch schließlich dankbar in die Runde der anwesenden Fördermitglieder und dankte ihm ausdrücklich für sein unermüdliches Engagement. "In Rente darfst du noch lange nicht gehen" fügte er noch an und hofft gemeinsam mit dem restlichen Vorstand, dass er noch viele erfolgreiche Jahre für den Verein arbeiten wird.

Denn ohne die vielen Spenden, die Jahr für Jahr beim Förderverein eingehen, wäre die Arbeit "<link internal-link>Am Roten Läppchen" schon lange nicht mehr finanzierbar. So ist auch in 2012 eine Unterstützungszahlung von 250.000 Euro erforderlich gewesen. HInzu kommt noch die Summe, die für die Unterhaltung des <link internal-link>Ambulanten Hospizdienstes Hamm aufzubringen ist.

"Wir hoffen sehr, dass uns die Spender gewogen bleiben. Wir hoffen aber auch, dass die Krankenkassen endlich mit uns verhandeln und wir einen neuen Bedarfssatz erhalten" sagt <link internal-link>Hospiz-Geschäftsführer Wilhlem Hinkelmann und blickt düster in die Zukunft. "Derzeit ist ein Schiedsgericht mit den Anliegen aller in NRW ansässigen Hospize angerufen worden. Was das am Ende ergibt, weiß keiner" unkt er und befürchtet hier keine zufriedenstellenden Ergebnisse. "Wir alle wären ja wirklich froh, wenn wir nur die vom Gesetzgeber vorgegebenen 10% der Kosten über Spenden aufbringen müssten. Doch tatsächlich sind es bereit 30% und das Jahr für Jahr. Wann wir einen neuen Abschluss mit den Krankenkasse hinkriegen und wie lange der dann rückwirkend greift, weiß kein Mensch" ist Wilhelm Hinkelmann tatsächlich sehr gefrustet. Bis es zu einer Lösung kommt, heißt es weiterhin, den <link internal-link>Förderverein um Unterstützung zu bitten. Für 2013 wird dies gewiss eine Summe von mehr als 300.000 Euro sein und für 2014 zeichnen sich weitere Steigerungen ab. Wie lange dieser <link internal-link>Förderverein das noch so schafft, weiß niemand." sind sich Hinkelmann und der gesamte <link internal-link>Vorstand des Fördervereins des Ernstes der Lage bewußt. "Da bleibt uns im Moment nur noch, für den Notfall schon heute Rücklagen zu bilden. Wir streben ein Polster von zwei Jahressummen an und beginnen diese nun anzusparen" verkündet Hunsteger-Petermann direkt ein neues Ziel, neben dem die Mitgliederzahl auf 1000 Mitgliedern zu erhöhen. 

<media h geschaeftsbericht>Der aktuelle Geschäftsbericht </media>

Vortrag "Humor und Lebenssinn" - "Humor in der Sterbebegleitung"

Nach der Jahreshauptversammlung schließlich erhielt der Referent des Abends, <link http: www.humorundlebenssinn.de _blank external-link>Christian Heeck das Wort. Die fast 100 Anwesenden hörten einen Mann, der den Humor als sein Lebensthema gefunden und mit seinen Erfahrungen, seinem Talent und seiner gesamten Persönlichkeit Brücken zwischen der Medizin und dem Themater schlägt. NIcht umsonst bezeichnen manche ihn als einen der hiesigen Väter der Clinik-Clowns.

Heeck brach mehr als eine Lanze für den Humor. "Lachen hat wohltuende Wirkung" rief der dem aufmerksamen Zuhörern zu. "Schon 20 Minuten Lachen macht schwerkranke Tumorpatienten nachweislich für drei Stunden schmerzfrei" schiebt er nach und berichtet von belastbaren Studien, die die Wirkung von Lachen in der Medizin beweisen. Dabei verweist er auf die Tatsache, dass die Einsicht in das Tatsächliche und die Zufriedenheit mit dem, was man habe, humorvollen Menschen leichter falle.

"Eine Krankheit, auch eine schwere, ist nur ein Teil von dir. Du bist noch immer du selbst - und es wird dadurch, dass du traurig bist, nicht besser" fügt Heeck noch an. Und er misst der Palliativ-Versorung eine entscheidende Rolle zu, denn er betrachtet sie als eine aktive Lebenshilfe. "Doch wie macht man das?" fragt er und will wissen, wie man sich in verfahrenen Situationen am Krankenbett von Sterbenden verhält. Er rät, die Form der Kommunikation zu ändern, wenn am Lebensende die Sprache nicht mehr funktioniert. Und optimal ist es, wenn man das, was unbedingt getan werden muss in etwas umwandelt, was man sich wünscht. Paradoxes Denken nennt er das und bezeichnet diese Strategie als eine hilfreiche Möglichkeit, schwierige Situationen zu beherrschen.

In sehr unterhaltsamer, stets nachvollziehbarer Weise demonstriet Heeck die Dinge, die er zuvor beschrieben hat und erntet immer wieder Lachen und sehr viel Applaus. Am Ende bietet er <media download>Literaturtipps</media> all denen an, die sich weitergehend mit dem Thema befassen möchten. 

Christian Heeck: Er ist Dipl.-Pädagoge, Maler und Kunstvermittler (Jg. 1951) und seit vielen Jahren als Impulsgeber in Hospizinitiativen in der Bundesrepublik tätig. Er schlägt faszinierende Brücken zwischen Kunst, Kommunikation und Kreativität. Für sein Engagement als Kulturreferent am Uniklinikum Münster ist er mehrfach ausgezeichnet worden.

 

    

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