In zehn Jahren hat sich viel verändert

Anfang 2004 ging das Stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“ nach einjähriger Bauzeit unter der Federführung von Geschäftsführer Wilhelm Hinkelmann in Betrieb. Mit zunächst sechs Gästebetten startete das Pflege-Team unter der Leitung von Regina Lorenz.

Wilhelm Hinkelmann mit Hausleitung Regina Lorenz (re) und Marion Kleditzsch (Foto: J. Best)

Schon nach wenigen Wochen waren die Betten vollständig belegt. Eine nahezu 100prozentige Auslastung folgte konstant über Jahre. 2011 entschied der <link internal-link>Träger des Stationären Hospizes das Haus auf acht Betten zu erweitern. Der im Zuge der Erweiterung erfolgte Anbau ging Anfang 2012 ans Netz. Auch seither ist das Haus mit Belegungszahlen von weit über 95% nahezu ständig ausgelastet.  

Momentaufnahme

Die Finanzierung im Stationären Hospiz „Am Roten Läppchen“ wird durch Kranken- bzw. Pflegekassen sowie einen sehr hohen Spendenanteil von nahezu 35 % gesichert. Dem Gast entstehen von einem Selbstkostenanteil bei bestimmten Medikamenten bzw. Pflegehilfsmitteln abgesehen KEINE Kosten. 
Das Stationäre Hospiz hat zuletzt 2010 einen Bedarfssatz mit den Kranken- bzw. Pflegekassen vereinbaren können. Seit Jahren schon sind die Verhandlungspositionen konträr und festgefahren. Im September wird nun mit  einer Entscheidung durch ein Schiedsgericht gerechne

Ausblick

Eine Professionalisierung ist im gesamten stationären Hospizbereich zu verzeichnen. „Wir müssen uns in unserem Alltag mit vielen Vorschriften beschäftigen, Qualitätssicherung ist für uns im Hospiz genauso ein Thema wie beispielsweise im Krankenhaus oder Senioreneinrichtungen“ sagt Regina Lorenz. Die Hospizbewegung stammt aus der Ehrenamtsarbeit und es ist selbstverständlich, dass auch bei optimaleren Rahmenbedingungen auf die wichtige Mitarbeit von Ehrenamtlichen niemals verzichtet werden kann und soll. „Denn unsere Ehrenamtlichen leisten Dinge, die hauptamtliche Mitarbeiter nicht leisten könnten“ ist Regina Lorenz ihrem ehrenamtlichen Team dankbar. „Aber dennoch ist immer mehr Professionalität von Nöten“ beschreibt auch Wilhelm Hinkelmann die  Entwicklung der letzten Jahre. Hinzu kommt, dass stationäre Hospize dem „Wohn- und Heimstättengesetz“ unterliegen. Das bedeutet eine Vielzahl von Vorschriften, die auf ein Hospiz nicht oder nur bedingt zutreffen. „Hier fordern wir gemeinsam mit unserem Hospiz- und Palliativverband seit Jahren, dass der Gesetzgeber für stationäre Hospize eigene, auf deren spezielle Belange zugeschnittene Vorschriften formuliert. Doch es sieht derzeit nicht so aus, als würden wir hier schnell Hilfe erfahren.“

Bei den vielen finanziellen Problemen in stationären Hospizen müssen sich die Verantwortlichen darum stets auch mit Fragen befassen, die sie nicht oder nur bedingt betreffen. „Und das ist“ so Regina Lorenz „auch nach Jahren der stationären Hospizarbeit etwas, das es zu ändern gilt“. Darum sind sich Hinkelmann wie Lorenz in ihrem Wunsch einig, dass nicht nur die Finanzierung in Zukunft auskömmlicher zu gestalten sei, sondern auch Richtlinien und Verfahrensbestimmungen speziell für stationäre Hospize geschaffen werden müssen.  

Die finanzielle Situation ist aufgrund dessen seit Jahren extrem angespannt. Denn aufgrund der Differenz zwischen Bedarfssatz und tatsächlichen Kosten muss das Haus derzeit 35 % seiner Ausgaben durch Spenden finanzieren. Der gesetzlich vorgesehene Anteil liegt bei 10 %.

Wäre der Förderverein Hospiz Hamm e.V. mit seinen knapp 1000 Mitgliedern nicht als starker und zuverlässiger Partner im Hintergrund, wäre das Stationäre Hospiz schon längst in roten Zahlen.

Leider hat sich durch die aktuelle Gesundheitsgesetzgebung auch die finanzielle Situation für die von der Medikamentenzuzahlung befreiten Hospizgäste direkt verschlechtert. Diese Befreiungsregelung gilt NICHT für besondere Medikamente in der Palliativbehandlung. Eine spürbare finanzielle Belastung der Hausgäste ist die Folge. (Diese Regelung gilt auch bei der Palliativbehandlung zu Hause – nicht jedoch bei stationären Krankenhausaufenthalten.)

Hausleitung <link internal-link>Regina Lorenz registriert bei den Hospiz-Gästen einen spürbaren Wandel. „Die Menschen, die heute zu uns kommen, sind nicht mehr ausschließlich Tumorpatienten, sondern auch kardiologisch, neurologisch oder demenziell erkrankt. Insgesamt bringen sie eine deutlich größere Symptomlast mit. Damit wird die Behandlung intensiver, personell und medikamentös aufwändiger und nicht zuletzt auch für das Haus finanziell viel belastender. Außerdem sind Gäste und deren Zugehörigen heute viel informierter und sie stellen uns medizinisch detailliertere Fragen. Trotzdem wissen viele über ihr persönliches Schicksal und das, was auf sie zukommen wird, nicht hinreichend Bescheid“, bedauert die Hospizleitung. „Bei Überleitungsgesprächen erlebe ich oft eine große Unsicherheit bei den Menschen“. Ihr fällt nicht selten dann die Aufgabe zu, die „ganze Wahrheit“ zu sagen, umfassend aufzuklären und damit dem Patienten und seinen Angehörigen Entscheidungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Einladung zum Tag der offenen Tür zum 10jährigen Jubiläum

„Ein Tag voller Leben“ – Im Hospiz ist das Leben spürbar wie an keinem anderen Ort.
Sonntag, 7.09.2014 von 12.00 – 17.00 Uhr (11.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst <link http: www.kirchenkreis-hamm.de gemeinden heessen.html _blank>Gellerthaus)

Das Programm:

  • Führungen durch das Haus mit Präsentation eines Gästezimmers
  • Zugang zu Wohnzimmer, Küche, Wintergarten und Spielzimmer
  • Im Raum der Stille steht eine „Mauer der Wünsche“
  • Der Hospizbasar verkauft Kunsthandwerkliches
  • Ballon mit Herzenswünschen steigen in den Himmel
  • Gutes vom Grill und aus der Pfanne
  • Cafe im Fachwerkhaus mit selbstgebackenem Kuchen und veganen Cup-Cakes
  • Basteln und Gesichterschminken mit kleinen Besuchern

<link https: www.hamm.de musikschule.html _blank>Die Städtische Musikschule Hamm und eine Drehorgelspielerin werden unsere Besucher und Gäste musikalisch unterhalten. Dazu wird der <link http: www.friedensschule.schulnetz.hamm.de bereich zirkus-pepperoni _blank>Circus Peperoni von der <link http: www.friedensschule.schulnetz.hamm.de _blank>Hammer Friedensschule ebenfalls vor Ort sein.

Ansprechpartnerin: <link internal-link>Marion Kleditzsch

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