In der Wohngruppe werden 7 Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren betreut. Mandy ist 12 Jahre alt und erzählt, dass alle wissen, wie schwer gerade jetzt die Situation für die Hospiz-Gäste ist, weil sie keinen Besuch erhalten dürfen. Miriam Hellmich bat die Besucherinnen darum auch nicht herein, sondern empfing sie mit deutlichem Abstand mit Mundschutz gerüstet am Gartentor zum Hospiz-Innenhof.
Dort stellte Mandy Steinfatt dann auch freudig 40 mit roten Herzen bemalte weiße Steine und dazu 40 liebevoll in rosa Schleifenband eingepackte Briefe vor das Tor. „Wir wollen ein wenig trösten und sagen, dass wir an euch hier denken“ sagte Betreuerin Stephanie Janke noch und erzählte von der Aktion „Hamm Stones“, dessen Idee etwas abgewandelt nun hier zum Ausdruck kommt. „Die Steine sind mit Eddingstiften bemalt und anschließend lackiert, sodass sie auch der Desinfektion standhalten“ erklärt Janke noch. Miriam Hellmich freute sich sehr über die Idee: „Prima, dass man sie auch desinfizieren kann, wir verteilen alles sowohl an unsere Gäste, als auch an die Mitarbeiter. Denn gerade unserem Team fällt es ausgesprochen schwer, wegen Corona auf Distanz gehen zu müssen. Hospizarbeit ist auch der persönliche Körper-Kontakt und auf Umarmungen im Moment verzichten zu müssen, ist für alle sehr hart.“
Das gerade derzeit Kreativität in der Gestaltung des Hospiz-Alltags gefragt ist und das Team sich über Aktionen wie diese besonders freut, ist keine Frage. Darüber hinaus versuchen die Mitarbeiterinnen, die viele freie Zeit mit besonderen Kinoabenden im Wohnzimmer zu gestalten. „Und das alles ohne ehrenamtliche Unterstützung. Denn die müssen derzeit auch zuhause bleiben. Wir gestalten mit unseren Gästen Ostergrüße, die sie dann per Foto oder Video an ihre Lieben versenden können. Gott sei Dank gibt es Whatsapp und Co. Es wird viel telefoniert und alle Kolleginnen haben ihre Gefühlsantennen ganz besonders auf Empfang gestellt. „Viele Gespräche sind gerade jetzt erforderlich und es wird manchmal auch geweint, aber auch gelacht. Wir erleben hier alle einen Ausnahmezustand, von dem wir hoffen, dass er bald vorbeigeht.“
Doch Grund zur Hoffnung gibt es erstmal nicht. Stattdessen gilt, alle hier „Am Roten Läppchen“ zu schützen. „Darum stellt sich das Hospiz-Team auf noch viele Tage, wenn nicht Wochen auf die verstärkten Maßnahmen ein. „Das Besuchsverbot wird anhalten, auch über die Osterfeiertage hinaus. Doch wir hier werden alles tun, damit unsere Gäste sich dennoch behütet fühlen und sie die Einsamkeit nicht allzu schwer belastet.“