Leider waren die Witterungsbedingungen alles andere als freundlich, hatte nasskaltes, trübes Wetter jegliche Pläne, das Hospizgelände für die lyrische Stunde in ein kerzenerleuchtetes Ambiente zu verwandeln, zunichte gemacht. Doch ungeachtet dessen war die Stimmung bei Gästen wie Akteuren erwartungsfroh.
Teilte sich das Publikum zu Beginn in die Veranstaltungsorte <link internal-link>Raum der Stille sowie Annenkapelle auf, so fanden sie in der Pause im <link>Wohnzimmer, der Küche und im Wintergarten des <link>Stationären Hospizes zu einem Glas Sekt oder Wasser wieder zusammen. Nur um sich nach der Pause erneut in die jeweils andere Location zu begeben. „Es war ein Experiment“ so <link>Marion Kleditzsch „denn hätten wir den Lyrikabend ausschließlich im Raum der Stille veranstaltet, wären lediglich halb so viele Besucher möglich gewesen.“ Doch auch mit zwei Spielstätten konnten lediglich 40 Karten verkauft werden. „Und die waren schnell vergriffen“ freut sich auch R<link>egina Lorenz vom Stationären Hospiz über das Interesse an diesem erstmaligen Angebot. „Wir hätten gut und gerne 20 Karten mehr haben können“ schätzt Marion Kleditzsch und denkt darum auch gemeinsam mit dem <link>Hospizförderverein über eine Neuauflage des Lyrikabends nach.
„Das Besondere heute ist sicherlich, dass Vorleser und Musiker mit dem Hospiz bzw. der Hammer Hospizarbeit verbunden sind“ sagt Marion Kleditzsch und dankt den ehren- wie hauptamtlichen Mitarbeitern des Stationären Hospizes für deren Ideen und Mitwirkung. „Schön ist auch, dass einige Angehörige sofort bereit waren, ihre Lieblingstexte vorzutragen. Und das ist in deren Situation keineswegs selbstverständlich“ sind Regina Lorenz und Marion Kleditzsch diesen Vorleserinnen dankbar. Und zu hören gab es nicht nur Lyrik oder Prosa von bekannten oder weniger bekannten Dichtern von Antike bis zur Neuzeit. Auch eigene Werke wurden zu Gehör gebracht, manches sogar zum ersten Mal einem fremden Publikum vorgestellt.
Moderiert wurde der Abend von Ursula und Klaus Harkenbusch. Beide sind in Hamm schon seit Jahren durch ihre erfolgreichen Lyrikabende nicht nur im Rahmen des Literarischen Herbstes bekannt. „Doch der Lyrikabend im Hospiz war anders als alles bisherige“ ist sich das Ehepaar einig. Denn schon das Thema „Halte mich nicht fest“ ließ auf tiefgehende, emotionale Texte schließen. Darüber hinaus konnten sie am Hospiz nicht wie gewohnt im Duett moderieren, sondern jeder hat einen Teil des Abends allein geleitet. Während ihr Ehemann Klaus sich für die historische Annenkapelle entschieden hatte, erwählte Ursula Harkenbusch den moderner anmutenden Raum der Stille. Ihr Fazit: „Ein toller Abend, mit intensiven Begegnungen und guten " Vibrations".
Nicht unwichtig war hierfür neben den sensibel vorgetragenen Texten die wunderbare musikalische Begleitung. Im Raum der Stille zog Luzie Turwitt mit ihrer wohltönenden Stimme das Publikum sofort in ihren Bann. Unterstützt von Victoria Pake (Violine) und Cellistin Wencke Turwitt gaben sie u.a. mit „Gabriela´s Song“, „Memories“ oder „Somewhere over the rainbow“ den lyrischen Texten einen stimmigen Rahmen und dem Publikum Gelegenheit, dem Gehörten nachzuspüren.
Nicht anders geschah dies in der Annenkapelle. Hier führte das Flöten-Ensemble von „The whole recorder consort“ die Zuhörer in die Welt der Renaissance-Musik. „Passender kann es gar nicht sein“ so Klaus Harkenbusch, der dies mit Blick auf die im Renaissance-Baustil ausgestattete Kapelle feststellte. Das Publikum schien restlos begeistert, als sich die fünf Flötistinnen zum Ende des Abends mit ihren Instrumenten verteilt in der Kapelle positionierten und den sakralen Raum mit herrlichen Tonfarben erfüllten.
„Am Ende“ so Ursula Harkenbusch „ist es wohl gelungen, dass der Abend selbst zu einem Gedicht wurde.“