"Damit lösen wir ein Versprechen ein" so Susanne Müllers, die sich seit Jahren ehrenamtlich "Am Roten Läppchen" engagiert. Denn beim letzten Gottesdienst haben wir den Anwesenden versichert, dass wir die mit Wünschen beschriebenen Papierschiffchen auf der Lippe zu Wasser lassen werden.
Mehr als 30 Besucher waren der Einladung zum ökumenischen Gottesdienst Mitte Juli gefolgt und hatten sich im Raum der Stille des <link internal-link>Stationären Hospizes eingefunden. Andacht halten, sich an den im Hospiz verstorbenen Angehörigen erinnern, gemeinsam trauern - das sind die Elemente des Gottesdienstes. Gesang und Gebet widmen sich einem Leitgedanken, der von Mal zu Mal wechselt. "Diesmal hatten wir uns für das Symbol Schiff entschieden" erzählen Barbi Kohlhage und Susanne Müllers.
Das Team hat stets gute Ideen und ist sehr kreativ. Die Schiffchen waren somit bereits im Vorfeld aus blauem, grünen und weißem Papier gefaltet worden. Im Gottesdienst selbst konnte jeder seine Gedanken und Wünsche auf das Faltboot auftragen. Und dies haben alle gerne genutzt. Jemand schrieb "Du kannst es schaffen", andere formulierten ihre Gedanken über Verbundenheit, Trauer und Liebe. Am Ende entstand eine regelrechte Schiffsflotte, die zu Wasser zu lassen war.
Ökumenische Gedenkgottesdienste
Unter der Leitung von Pastorin Barbi Kohlhage, weiteren vier bis fünf ehrenamtlichen und zwei hauptamtlichen Hospizmitarbeiterinnen lädt das Stationäre Hospiz ungefähr vier Mal im Jahr zu ökumenischen Gedenkgottesdiensten ein. Angehörige, die im Stationären Hospiz einen Menschen verloren haben, sind die Zielgruppe und die Resonanz ist von Anfang an sehr gut. "Mehr als 50 % der eingeladenen Männer wie Frauen besuchen unsere Andachten und das bestätigt uns in unserer Arbeit". Ähnlich sind die Erfahrungen im <link internal-link>Ambulanten Hospizdienst Hamm, der einmal jährlich mit einer Andacht an die Verstorbenen erinnert. "Immer wollen wir die Gottesdienstbesucher stärken, uns gemeinsam erinnern und der Trauer Raum geben."
Am Ende jeden Gottesdienstes steht nochmals der Gedankenaustausch. Die meisten folgen der Einladung zu Kaffee und Gebäck ins Hospiz-Wohnzimmer und sind oft sehr bewegt. Vielen fällt der erneute Weg zurück ins Hospiz nicht leicht und manche möchten nach der Andacht eher allein sein. "Das alles verstehen wir. Wir wollen helfen und unterstützen. Niemanden zu Entscheidungen drängen. Wenn wir jedoch merken, dass jemand über seinen Verlust nicht hinweg kommt, weisen wir auf unsere <link internal-link>Angebote für Trauernde hin" fügt Barbi Kohlhage an.