Das kleine Kirchenhaus auf dem Hospiz-Gelände war überaus gut besucht, Menschen mussten in den Kirchenbänken zusammenrücken und Stühle dazu gestellt werden. Am Ende blieben einige wenige Gratulanten in der Kapellentür stehen. Pfr. Markus Müller, Seelsorger der St. Barbara-Klinik, begrüßte die Gästeschar und freute sich mit Hospiz-Seelsorgerin Barbi Kohlhage über den großen Zuspruch. Zu Beginn fand die ehrenamtliche Trauerbegleiterin Margret Diebäcker bewegende Worte über den langen Weg der Trauer, Christine Böttcher sowie Beate Drolshagen formulierten später in ihren Fürbitten aufrichtigen Dank und gute Wünsche für die Zukunft. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Flötenensemble Flauto di Mark sowie dem 12jährigen Geigenspieler Sebastian Böttcher. Die wunderbare Akustik der Annenkapelle sorgte bei Besuchern wie Akteueren gleichermaßen für Festtagsstimmung.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gäste zu einer kleinen Feierstunde ins benachbarte Fachwerkhaus, den Räumen des Trauercafés, eingeladen. Friedhelm Matuschek ergriff für den Hospiz-Förderverein zunächst das Wort und dankte den Ehrenamtlichen für ihren hohen Einsatz.
Der Erfolg des Trauercafés beschrieb er dabei zunächst auch in Zahlen. So haben etwa 1.700 Menschen dieses kostenlose Angebot bislang genutzt und im Schnitt kamen jeweils acht Menschen pro Treffen. Anfangs fand das Café einmal monatlich statt, doch schon ab 2007 wurde wegen der großen Nachfrage ein zweiter Café-Termin angeboten. Seit 2009 haben sich der jeweils erste Mittwoch und dritte Donnerstag eines Monats als Trauercafé-Termine etabliert. Von den Anfangs acht Begleitern sind heute noch fünf aktiv. Zu den Initiatoren gehören neben Dechant Heinz Booms auch Beate Drolshagen, die hauptamtlich als Krankenschwester im Stationären Hospiz „Am Roten Läppchen“ arbeitet, und Eva-Regina Kuhn.
Wie sehr in der modernen Welt Menschen, die zuhören und Schultern zum Ausweinen gebraucht werden, zeige auch der anhaltende Erfolg des Trauercafés. Zum Dank lud Friedhelm Matuschek das Team der Trauerbegleiter zu einem kleinen Ausflug nach Welver, ins Koster-Café Rosenkranz, ein, und überreichte dem Trauercafé-Team einen Gutschein.
Beate Drolshagen bedankte sich danach herzlich beim Förderverein und seiner stets zuverlässigen Unterstützung, und bei Regina Lorenz, die seitens des Stationären Hospizes "Am Roten Läppchen" auch die guten Rahmenbedingungen für das Trauercafé geschaffen hatte. Vor allem aber galt ihr Dank dem Team selbst. Allen voran Eva-Regina Kuhn, die mit ihr zusammen das Trauercafés leitet. Darüber hinaus erzählte Beate Drolshagen von den Anfängen. "Anscheinend sind wir mit unserem offenen Gesprächsangebot genau das, was Trauernde brauchen“ erklärt sie den anhaltenden Erfolg.
Auch Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke überbrachte seitens der Politik gute Wünsche. "Sie geben das, was gerade heutzutage so kostbar geworden ist. Sie verschenken Ihre Zeit" wendete sie sich vor allem an die ehrenamtlichen Trauerbegleiter. "Und Sie geben damit den Menschen, die hierher kommen, oft neue Hoffnung" so die Bezirkspolitikerin aus Heessen.
Ehemalige wie aktive Ehrenamtliche nahmen sich gemeinsam mit den Gästen dann bei herrlichem Sonnenschein noch ein Weilchen Zeit, um im Fachwerkhaus bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen auszutauschen und ein wenig miteinander zu plaudern.
Kontakt
Beate Drolshagen, Eva-Regina Kuhn
Stationäres Hospiz „Am Roten Läppchen“ Hamm
Tel. 02381 54473-25 oder trauer@hospiz-hamm.de