Die allermeisten der gut einhundert Gäste waren vermutlich der Einladung gefolgt, um die beiden Referenten des Abends, Anne und Nikolaus Schneider (Altpräses EKiR) zu hören. Ihrer beider Vortrag vom "Leben und Sterben" nach deren gleichnamigen Buch war bewegend und wird nachklingen. Die Positionen des Ehepaares gaben wichtige Gedankenanstöße nicht zuletzt auch zum Thema Sterbehilfe. Beide verhehlten ihre in Teilen widersprüchlichen Meinungen dazu nicht und forderten das gebannt lauschende Publikum mit ihrer brilliant formulierten Argumenten heraus. "So ein Streit über den Tod gehöre durchaus auch in ein Hospiz" waren sich die Schneiders einig.
Darüber hiinaus sind Anne und Nikolaus Schneider überzeugt, dass ein Nachdenken über den Tod nicht nur Privatsache sei, sondern in den öffentlichen Raum gehöre. Ihr gemeinsames Buch trägt letztlich dazu bei. Der Tod der 22jährigen Tochter Meike 2005 wird darin genauso thematisiert wie die Sterbehilfebebatte um das Gesetz von 2015 und die Rechtsprechung des BGH von Februar 2020. Als Schlussgedanke formulierte Nikolaus Schneider schließlich, dass Gott mit uns auch durch den Tod hindurchgehe, und wir auf ein neues Leben in einer unmittelbaren Beziehung zu Gott hoffen.
Dem Vortrag vorangegangen waren turnusmäßige Vorstandswahlen, die als neue Mitglieder Torsten Cremer (stellv. Vorsitz) und Frank Diestel (Beisitzer) in den Vorstand beriefen. Dabei dankte Vorsitzender Hunsteger-Petermann u.a. ausdrücklich den vier scheidenden Hospizlern Rüdiger Kaldewey, Friedhelm Matuschek, Margret Post-Wessels und Frank Stankowitz für ihr jahrelanges Engagement und forderte darüber hinaus alle auf, für einer Mitgliedschaft im Förderverein Hospiz Hamm zu werben. "10 Euro im Jahr machen wirklich niemanden ärmer" und empfahl jeden, damit zum Strippenzieher in Sachen Hospiz zu werden.