Hier spürt man das Leben wie an keinem anderen Ort

Mit Hand und Herz helfen und da sein

Intensive Begegnungen ermöglichen und Zuversicht vermitteln

Nicht dem Leben mehr Tage – den Tagen mehr Leben geben!

Einweihung elf Monate nach Grundsteinlegung

Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst I Trauerzentrum nimmt Neubau in Betrieb
Genau elf Monate nach der Grundsteinlegung wird der Neubau auf dem Gelände des Roten Läppchens eingeweiht. Bauherr ist die „Christliches Hospiz Hamm gGmbH“ als Träger des Stationären Hospizes. Mieter sind der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm (Träger: Förderverein Hospiz Hamm e.V.) sowie das Trauerzentrum in Trägerschaft der Ev. Kirche Hamm.

A.P. Dederichs, Architekt I Wilhelm Hinkelmann, Geschäftsführer Christliches Hospiz Hamm gGmbH I Thomas Hunsteger-Petermann, Vorsitzender Förderverein Hospiz Hamm e.V. I Sup. i.R. Erhard Nierhaus, Aufsichtsratsvorsitzender Christliches Hospiz Hamm gGmbH I Inas Kasten-Kisling, Gabriele Gauch, Sylvie Blätgen, Koordinatorinnen Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm I Hildegard Goclik, Gemeindereferentin und Pfr. Bernd Mönekbüscher (beide Kath. Kirche) Sup. Kerstin Goldbeck, Ev. Kirchenkreis Hamm und Trägervertreterin Trauerzentrum

Das Team des AHPD freut sich über den Umzug in das neue Haus. „Wir sind froh und dankbar für die vielen Möglichkeiten, die uns die neuen Räumlichkeiten bieten“ sagen die leitenden Koordinatorinnen Ina Kasten-Kisling und Sylvie Blätgen. „Herzstück unserer Arbeit ist die Begleitung und Betreuung von schwerstkranken Menschen in ihrer häuslichen Umgebung durch ehrenamtlich tätige Hospizbegleiter*innen. Unser Dienst ist in den letzten Jahren sehr gewachsen! Mittlerweile besteht er aus vier hauptamtlichen Koordinatorinnen und rund 100 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter*innen, die hier ein „neues Zuhause“ gefunden haben. Wir haben jetzt genug Platz für Fort-, Weiterbildungen sowie für Gruppentreffen und weitere Projekte, die für eine aktive Gemeinschaft so wichtig sind. Von hier aus koordinieren wir ab sofort unsere Arbeit, beraten zum Thema Patientenverfügung/ Vorsorgevollmacht und bieten Gespräche zur Orientierung im palliativen Netzwerk Hamm an. Eine weitere wichtige Säule unserer Arbeit ist die Begleitung von Menschen in Zeiten der Trauer. Dazu bieten wir für Erwachsene, Jugendliche und Kinder Einzelgespräche sowie Gruppentreffen an.“  

Die zukünftige Arbeit des Trauerzentrums wird derzeit in einer ökumenisch besetzten Arbeitsgruppe unter Leitung des Ev. Kirchenkreises konzeptioniert.

Das mit einer hellen Fassade versehene kastige Gebäude liegt am östlichen Ende des Parkplatzes an der Ecke Dolberger Straße / Amtsstraße und empfängt Besucher auch innen mit freundlicher Atmosphäre! Von einem breiten Flur im Erdgeschoss gehen drei ansprechend gestaltete Räume mit viel Platz für Beratungsgespräche ab. Runde Tische, farbige Stühle, ansprechende Bilder und ein besonderes Beleuchtungskonzept sorgen für eine entspannte Gesprächsatmosphäre. Der sich am Ende des Flurs im Erdgeschoss anschließende knapp 90 qm große Gruppenraum nimmt die gesamte Breite der östlichen Gebäudeseite ein. Er ist für die Arbeit mit den über einhundert ehrenamtlichen Mitarbeitern konzipiert. Ausgestattet mit moderner Technik, flexibler Möblierung und reichlich Regal- und Schrankraum gehören Platzprobleme und Improvisationskunst endgültig der Vergangenheit an. „Optimal ist, dass der große Gruppenraum mit einer beweglichen Falttür geteilt werden kann. Diese zusätzliche Investition ist uns zwar schwer gefallen, war aber wichtig. Denn nun können wir bei Bedarf auch kleineren Gruppen eine gute Arbeitsatmosphäre bieten und unabhängig voneinander zusammenkommen. Raumprobleme gehören damit endgültig der Vergangenheit an“ freuen sich die Koordinatorinnen über ihr neues Haus der Begegnung. Im deutlich kleineren Obergeschoss finden sich fünf Arbeitsplätze und ein schlichter Besprechungsraum. Letzterer ist für die interne Teamarbeit unabdingbar. Insgesamt ist das Obergeschoss nur im Einzelfall für externe Besucher gedacht, kann über ein Treppenhaus und einen Fahrstuhl erreicht werden.

Die mit dem Bauvorhaben freiwerdenden Raumkapazitäten des Fachwerkhauses (Ober- und Dachgeschosse) nutzt zukünftig das Stationäre Hospiz. Das Erdgeschoss bleibt unverändert sozialer Treffpunkt für die benachbarte Seniorenwohnanlage.

Beweggründe

Die Möglichkeiten des mehr als 200 Jahre alten Fachwerkhaues stoßen seit Jahren an Grenzen. Moderne Brandschutzmaßnahmen und notwendige Erweiterungspläne mussten aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes des Fachwerkhauses verworfen werden. Weil sich das Areal „Am Roten Läppchen“ seit 2003 als Standort für die Hospizarbeit in Hamm etabliert hat, war der Wunsch, einen Neubau für Beratungs- und Trauerarbeit möglichst hier anzusiedeln, folgerichtig. „Die Bauarbeiten haben im September 2019 begonnen“ berichtet Wilhelm Hinkelmann, der als Geschäftsführer der „Christliches Hospiz Hamm gGmbH“ mit dem Projekt beauftragt ist. „Obwohl uns die Corona-Pandemie seit März des Jahres beschäftigt, konnte die geplante Bauzeit von 12 Monaten eingehalten werden. „Damit ist ein weiterer Meilenstein der Hammer Hospizarbeit gesetzt“ ergänzt Fördervereinsvorsitzender Hunsteger-Petermann.  

Finanzierung

Der geplante Neubau verändert das Ensemble `Am Roten Läppchen´. „Wir betrachten ihn als Komplettierung“, so Hinkelmann. „Auch weil wir wissen, dass für den Bau einer solchen Einrichtung leider kein Kostenträger ansprechbar ist. Schon das Stationäre Hospiz 2003 und seine Erweiterung 2012 mussten mit Spenden finanziert werden. Das ist auch jetzt nicht anders. Allerdings sind wir der Kirchengemeinde St. Agnes sehr dankbar für die Anschubfinanzierung von 200.000 Euro.“   

„Aktuell benötigt allein der Ambulante Hospizdienst 85.000 Euro an Spenden jährlich für seinen laufenden Betrieb“ berichtet Thomas Hunsteger-Petermann, Vorsitzender des Fördervereins Hospiz. „Dass wir als Förderverein nun zusätzlich in diesen Neubau investieren, ist nicht selbstverständlich und vor allem der Sonderzuwendung der St. Agnes-Kirchengemeinde zu verdanken.“ Letztere beförderte damit auch die Gründung eines Trauerzentrums, dessen Trägerschaft die Ev. Kirche übernommen hat.

Angesichts der zu Baubeginn im September 2019 völlig unbekannten Entwicklung der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf das Spendengeschehen hoffen sowohl Hinkelmann als Bauherr und Hunsteger-Petermann als oberster Spendenverwalter, die besondere Belastung stemmen zu können. „Wir haben wirklich nur das absolut Nötigste gemacht und tatsächlich jeden Euro dreimal umgedreht“ versichert Hinkelmann. „Dass das Ergebnis so gelungen ist, verdanken wir der planerischen Umsicht und der sorgfältigen Projektbegleitung“ richtet sich Hinkelmann ausdrücklich an den Architekten A.P. Dederichs und den Projektleiter Josef Wansing.     

Neubaudaten

Der zweigeschossige Neubau passt sich harmonisch in Gestaltung und Bauweise an das Stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“ an. Das Erdgeschoss hat eine Nutzfläche von 217 m², das kleinere Obergeschoss eine von 143 m². Die Bruttogeschossfläche EG und OG zusammen beträgt 438 m². Der Dachüberstand vom Erdgeschoss sowie das Flachdach des Obergeschosses sind begrünt und das Haus ist energetisch modern ausgestattet, aus Kostengründen wurde auf den Keller verzichtet. Die Baukosten betragen 1,2 Million Euro und bewegen sich im geplanten Rahmen. Die Bauzeit betrug 12 Monate.

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