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Bevor ich sterbe, möchte ich... Ambulante Hospizarbeit in Hamm wird 25 Jahre alt

Am Roten Läppchen gibt es Grund zum Feiern! Dort kann man in diesem Jahr auf zweieinhalb Jahrzehnte ambulante Hospizarbeit zurückblicken. Denn 1993 wurden die ersten Sterbebegleiter in Hamm ausgebildet. Die weltweite Hospizbewegung kam Ende der 1980er Jahre auch nach Hamm und rief viele tatkräftige Menschen auf den Plan, für die der Tod schon damals kein Tabu war. „Das könnte ich nicht“ war und ist eine oftmals geäußerte Reaktion, wenn Sterbebegleiter von ihrem Engagement berichten. Vor 25 Jahren waren sie Pioniere und die junge deutsche Hospizbewegung hatte mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Ina Kasten-Kisling (li) und Sylvie Blätgen vom Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm

Die waren längst nicht ausschließlich finanzieller Art, oftmals befanden sich die größten Schranken in den Köpfen der Menschen. Und diese Barriere galt es damals und gilt es auch oftmals heute noch abzubauen“ berichten die Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Hamm. „Unser Dienst in seiner heutigen Form entstand 2002 mit einer hauptamtlichen Koordinatorin, nachdem die ehrenamtliche Leitung nicht mehr ausreichte. Mittlerweile ist daraus ein Team vom fünf hauptamtlichen und knapp einhundert ehrenamtlichen Mitarbeitenden geworden. Und es werden Jahr für Jahr neue Menschen zu Sterbebegleitern ausgebildet. Nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für das Stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“. Aktuell findet ein Grundkurs mit 16 Freiwilligen statt.

„Damit haben wir in den zurückliegenden Jahrzehnten mehr als 300 Menschen für diesen Dienst befähigt“ berichten die Koordinatorinnen. „Und über 1.500 Menschen am Lebensende mit deren Familien begleitet. Dafür, dass es entgegen des verbreiteten Trends in anderen gemeinnützigen Organisationen bislang keine Schwierigkeiten gab, Nachwuchs zu finden, sind wir dankbar und es zeigt, dass die Hospiz-Idee heute mitten in der Gesellschaft angekommen ist“ so die leitenden Koordinatorinnen Ina Kasten-Kisling und Sylvie Blätgen „denn unsere Hospizarbeit hat das Thema Tod und Trauer ein Stück ins Leben gerufen.“       

Darüber hinaus hat sich die Arbeit in den vergangenen Jahren umfangreich erweitert. Neben der Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen nimmt vor allem der beratende Teil wie Trauer- oder vor allem Palliativberatung immer größeren Raum ein. Hinzu kommt, dass mit dem Hospiz- und Palliativgesetz Ende 2015 zwar eine größere finanzielle Sicherheit, aber damit einhergehend auch ein nicht zu unterschätzender Zuwachs an Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand zwingend geworden ist.

„Dass wir in Hamm nun auf 25 Jahre Ambulante Hospizarbeit zurückblicken können, erfüllt uns mit Freude. Um sie mit Ihnen zu teilen, laden wir Sie herzlich zu unseren nachfolgend erwähnten Veranstaltungen ein“ so das Hospizteam und hofft auf viele Begegnungen mit Ihnen.

PROGRAMM Jubiläumswoche
Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm startet seine Jubiläumsaktivitäten mit einer großen Mitmach-Kunstaktion. „Bevor ich sterbe möchte ich…“ heißt sie und lädt auf dem Marktplatz an der Pauluskirche alle Passanten zur Beteiligung ein. Von Samstag, 14.04. an werden zwei Schultafeln für eine Woche ganz bewusst im öffentlichen Raum aufgestellt. Die bereitliegende Kreide soll Interessierte einladen, den Satz „Bevor ich sterbe möchte ich“ zu vervollständigen und eigene Gedanken dazu aufzuschreiben. „Wir werden zu Marktzeiten bereit stehen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus werden die Tafeln aber rund um die Uhr aufgestellt bleiben. Regelmäßig werden wir alles fotografieren, um später vielleicht eine Ausstellung damit zu kreieren. Schaun wir mal, was daraus wird“ freuen sich die Koordinatorinnen auf die Kunst-Aktion und laden schon heute zu der Eröffnungsandacht am Samstag, 14.04. um 11.15 h in die benachbarte Pauluskirche ein.

Die Jubiläumswoche beginnt dann mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 22.04. um 17.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Agnes  und wird am Dienstag, 24.04. ebenfalls in der St. Agnes-Kirche mit einer Lesung fortgesetzt. Die Autorin Susann Pasztor liest aus ihrem vielfach beachteten Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“.  Hier wird die Geschichte von Fred, einem ehrenamtlichen Sterbebegleiter erzählt. Eindrücklich schildert die Autorin, was er mit Klara, seinem ersten Fall überhaupt erlebt. Am Mittwoch, 25.04. schließt sich um 16.00 Uhr ein Figurentheater an. Im Gemeindehaus der Christus-Kirche im Hammer Westen wendet sich die ca. 50minütige Aufführung „Über die Trauer hinaus“ vor allem - aber nicht nur - an Kinder ab 6 Jahren in Begleitung von Erwachsenen. Ganz ohne Worte kann das Publikum hier sehr einfühlsam und klar erleben, wie Kinder mit Trauer umgehen und wie sie Gefühle von Abschied und Verlust wahrnehmen und verarbeiten.  Die Jubiläumswoche wird schließlich am Donnerstag mit einem Kinoabend im Cineplex beendet. Hier wird um 18.00 Uhr der Hollywood-Streifen „Das Leuchten der Erinnerung“ gezeigt. Alle Veranstaltungen, mit Ausnahme der Kinovorstellung (8 Euro) sind kostenfrei.

Weitere Informationen 

Zur Geschichte der Hospizarbeit in Hamm - Chronik

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